Project Description

Exkursionen im Rheinpark

Anlässlich der Neueröffnung des Parkcafés im Sommer 2022. Start immer am Parkcafé, Dauer jeweils ca. 90 Minuten. Kosten 7 Euro. Kartenvorverkauf im Parkcafé, sonst Direktkauf vor Ort. Veranstalter und Betreuung: Parkcafé, Organisation: Elisabeth Plum.

19. August, 17.00

Nierentische & Wasserbecken

Mit Jürgen Keimer ( bis 50 Teilnehmer*innen)

Die 50er Jahre waren in Köln Wiederaufbaujahre. Gebaut wurde das Dach über dem Kopf, für gestalterischen Ehrgeiz fehlte meistens das Geld. Aber es gab auch Architektur als Ausdruck eines neuen Lebensgefühls: Böhms Kapelle in den Trümmern von St. Kolumba, das Blaugold-Haus von Wilhelm Kopp, der Innenausbau des Gürzenich von Karl Band und Rudolf Schwarz. Die Architektur sollte leicht sein, licht, ja geradezu anmutig. Wo ließe sich das neue Lebensgefühl besser ausdrücken als in einem neuen großen Garten? Die Bundesgartenschau passte als Gestaltungsaufgabe ideal in die 50er Jahre: fließende Formen am Ufer des großen Flusses.

26. August, 17.00

Der Rheinpark. Grünes Dokument der Zeitgeschichte: Ein Gang rund ums wiederbelebte Park-Café.

Mit Peter Sparla, Landschaftsarchitekt ( bis 30 Teilnehmer*innen)

Lich, Luff und Bäumcher für alle, das ist der Rheinpark . Zugleich er ist ein grünes Dokument der Zeitgeschichte. Die neue Freiheit am Leben in den 50er Jahren, die bunte Vielfalt bei Formen, Farben und Pflanzen, die Komposition der Gestaltungselemente, all das ist bis heute nicht verloren gegangen. Neu erfundene Plattenbelägen, frei schwingenden Brücken, Windharfen an Pergolen, exotische Pflanzen. Das Motto war, sich abzusetzen von der Herrschaftsarchitektur des Nationalsozialismus, ideologisch und ästhetisch.

2. September, 17.00

Zwischen Hafen, KHD und Messe – Der Rheinpark als Enklave im Industriegebiet

Mit Boris Sieverts (Dauer ca. 2,5 Std.) ( bis 22 Teilnehmer*innen)

Zwischen Rheinpark und seinem Hinterland erstreckt sich ein beinahe undurchquerbarer Gürtel großer und sehr großer Anlagen. Wer den wunderschönen Park, der sich malerisch zum Fluß öffnet, aus Kalk, Buchforst, Buchheim, Höhenberg, Vingst, Mülheim-Süd und weiteren „sibirischen“ Stadtteilen (so angeblich Adenauer) erreichen wollte, dem blieb bis vor Kurzem nur der höllisch laute Fußweg entlang der aufgeständerten Stadtautobahn. Während für die Erreichbarkeit aus dem Linksrheinischen eigens eine Seilbahn erreichtet wurde, blieben die Chancen für eine Öffnung des Parks zu den bevölkerungsreichen Stadtteilen im Osten ungenutzt. Diese Chancen gab es, zuletzt bei der Erweiterung der Messe nach Norden und jetzt beim Konzept Koelnmesse 3.0.

9. September, 17.00

Green Space statt White Cube: Kunst im Grünen

Spaziergangsgespräch mit dem Autor und Kurator Kay von Keitz.( bis 30-40 Teilnehmer*innen)

Zwei mal war der Rheinpark ein Skulpturenpark. 1957 und 1971 zu den Bundesgartenschauen. Doch was machte dabei die Naturkulisse so attraktiv für Kunstwerke? Welche Beziehung gibt es zwischen der Kunst und dem Freizeitgrün? Was für Werke sind das in dieser Freilichtumgebung? Wie denken wir heute über diesen öffentlichen Auf- und Ausstellungsraum?

16. September, 17.00

Park, Messe und NS-Verbrechen

Mit Karola Fings, Historikerin (bis 50 Teilnehmer*innen)

Der beliebte Ausflugsort am rechten Rheinufer verwandelte sich während der NS-Zeit in ein Zentrum des Terrors. Wo zuvor der internationale Austausch gepflegt wurde, entstand seit 1939 ein berüchtigter Lagerkomplex, darunter ein Außenlager des KZ Buchenwald, Gestapo-, Ostarbeiter- und Kriegsgefangenenlager. Prominentester Häftling des Gestapolagers war Konrad Adenauer. Das Messegelände war zudem der Ausgangspunkt für die Deportation Tausender Kölner und rheinischen Juden und Jüdinnen sowie Sinti:ze und Rom:nja in die Gettos und Todeslager.

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